Mit Frido & Storchi durch die Corona Zeit

Frido und Storchi sind zwei Klassentiere. Normalerweise leben sie bei den Kindern in der Schule. Dort helfen sie ihnen beim Lernen und dazu erleben sie noch viele Abenteuer.
Jetzt ist es nur so, dass alle Schulen geschlossen sind, natürlich auch die von Frido und Storchi. Wie es den beiden in dieser Zeit ergeht, wo sie jetzt leben und ob sie trotzdem einige Abenteuer erfahren, könnt ihr hier nachlesen.

16. März 2020

1. Wer sind eigentlich Storchi und Frido?

Storchi und Frido sind Klassentiere der Klasse 2e. Das ist erstmal nichts Besonderes, denn Klassentiere gibt es doch in jeder Klasse. Die beiden haben zusammen schon sehr viele Abenteuer erlebt. Auch das ist nichts Besonderes. Schließlich dürfen Klassentiere am Wochenende mit einem Kind nach Hause. Storchi und Frido haben sich sehr lieb, sogar so sehr, dass sie vor zwei Wochen geheiratet haben. Ok, das ist etwas BESONDERES!

Sie haben auf einer großen Wiese geheiratet. Es war ein tolles Fest. Es gab laute Musik und es wurde viel getanzt und gelacht. Es gab auch eine große Hochzeitstorte mit Marzipan. Mmhhh, die war vielleicht lecker. Nach der Hochzeitsfeier stand natürlich die Hochzeitsreise an.

Mit dem Heißluftballon ging es für die Beiden in den warmen Süden. Storchi und Frido lieben Abenteuer, deshalb sollte es auch eine abenteuerliche Hochzeitsreise werden.

Am ersten Tag waren sie im Kino. Sie haben den Film „Lassie – Eine Abenteuerliche Reise“ geschaut. Den zweiten Tag haben Sie im Freibad verbracht. Storchi traute sich zum ersten Mal, vom 3 Meter Brett zu springen. Frido war sehr stolz auf sie. Am dritten Tag brauchten sie ein wenig Erholung und nutzten den Wellness – Bereich im Hotel.

Am vierten Tag haben sie in den Nachrichten erfahren, dass die Schule unter der Iburg wegen dem Corona Virus geschlossen wird. Sie schauten sich beide in die Augen und dachten dasselbe: „Wir müssen so schnell wie möglich zurück nach Deutschland.“ …

18. März 2020

2. Frido und Storchi sind zurück in Deutschland!

… Jetzt musste es wirklich schnell gehen. Mit einem Heißluftballon würde die Rückreise viel zu lange dauern. Also besorgten sich Storchi und Frido ein Flugzeug. Für Frido war es nicht einfach, die Maschine zu steuern, da ihm viele Wolken am Himmel die Sicht versperrten. Aber er schaffte es nach einer langen Flugreise, die Maschine sicher zu landen – mitten auf dem Dach der Schule unter der Iburg.

„Puuhh, endlich zuhause!“, dachte sich Storchi. Aber irgendetwas war anders. Es war so still. Weit und breit war kein einziges Kind zu sehen. „Die Frau in den Nachrichten hatte recht!“, sagte Frido ganz aufgeregt. „Die Schule ist tatsächlich geschlossen!“

Storchi fing an zu weinen: „Aber das ist doch nicht mehr das Gleiche, wenn keine Kinder da sind. Unser zuhause ist doch immer dort, wo Kinder sind. Daraufhin nahm Frido sie ganz fest in den Arm und tröstete sie: „Alles wird gut. Da bin ich mir ganz sicher.“

Storchi setzte sich auf die Wiese und erholte sich von der langen Reise. Währenddessen ging Frido zur Schulleiterin Frau Roß. Nach einer halben Stunde kehrte er zu Storchi zurück und begann zu sprechen: „Die Lage ist tatsächlich ernst. Dank Frau Roß weiß ich jetzt auch mehr über den Corona Virus. Wir müssen uns und andere schützen.“ Storchis Augen wurden ganz groß. „Ok, und was heißt das für uns?“, fragte sie. „Müssen wir etwa in einer Schule ohne Kinder bleiben? Das finde ich unheimlich.“ „Nein, nein! Keine Sorge“, entgegnete Frido. „Wir bauen uns ein Haus!“ Storchi kam aus dem Staunen nicht mehr heraus: „Aber wie…?“ Sie schaffte es nicht zu Ende zu reden, da unterbrach Frido sie: „Wie das gehen soll? Dank Frau Roß wird das Unmögliche möglich. In Krisensituationen hilft man sich eben, sagte sie. Sie hat alle Klassentiere der Schule unter der Iburg angerufen und ihnen folgende Dienstanweisung gegeben: Fridos und Storchis Haus muss noch heute fertig werden! Und für einen Bauplatz hat sie auch direkt gesorgt.“ „Das ist ja großartig!“, jubelte Storchi. „Wir bauen uns ein Traumhaus!“

Es dauerte nicht lange, da kamen tatsächlich alle Tiere der Schule unter der Iburg zur Hilfe. Leo der Löwe schleppte die Steine. Gira die Giraffe kümmerte sich um das Dach. Nelly und Norbert sorgten für das leibliche Wohl. Jeder hatte seine ganz eigene Aufgabe. Für Frido und Storchi ging ein Traum in Erfüllung. Sie hatten jetzt ein eigenes Haus.

Am Abend schafften sie es gerade noch bis zum Sofa. Dann schliefen sie tief und fest ein …

20. März 2020

3. Frido und Storchi auf der Suche nach Abenteuern

… Als Frido und Storchi am nächsten Morgen aufwachten, wussten sie erst gar nicht, wo sie sind. Doch dann fiel es ihnen wieder ein. Es ist einfach so viel passiert: Die ganze Aufregung um den Corona Virus, der plötzliche Abbruch der Hochzeitsreise und dann noch das eigene Haus.

Die beiden schauten sich erstmal ganz in Ruhe in ihrem neuen Haus um. „Das ist alles so wunderschön“, staunte Frido. „Die Klassentiere der Schule unter der Iburg haben wirklich ganze Arbeit geleistet.“ „Ja, das stimmt“, sagte Storchi. „Als Dankeschön sollten wir sie zu einer Einweihungsparty einladen. Am besten gleich heute Abend.“ „Aber das können wir doch nicht machen, Liebling! Hast du schon vergessen, was Frau Roß sagte? Wir müssen uns und andere schützen! Eine Einweihungsparty wäre doch im Moment nichts anderes als eine Corona Party. Und Corona Partys sind ausdrücklich verboten. „Aber, aber wir müssen uns doch bei unseren Freunden bedanken für ihren großartigen Einsatz“, stotterte Storchi. „Das werden wir tun“, sagte Frido. „Aber erst wenn die Corona Zeit vorbei ist. Und glaub mir, das wird ein Fest! Eine Party, wie wir sie noch nie gefeiert haben.“ „Au jaaaaaaa!“, jubelte Storchi.

Zum Frühstücken gingen die beiden in den Garten und machten es sich dort gemütlich. Während sie so dasaßen, ihren Kaffee tranken und ihr Brötchen aßen, sagte Storchi plötzlich: „Du, Frido, findest du das nicht auch komisch?“ „Was meinst du mit komisch?“, fragte Frido. „Na, es ist so still. Nur ein einziger Vogel, der da zwitschert. Normalerweise zwitschern 24 Kinder herum, während wir frühstücken.“ „Ich vermisse die Kinder auch“, sagte Frido. „Aber wir werden uns daran gewöhnen müssen. Es wird immer wieder Veränderungen und Neues für uns geben. Das ist das Leben.“ „Du hast ja recht“, erwiderte Storchi. „Und es hat auch was Gutes. Dann bleibt es wenigstens spannend und abenteuerlich. Frido schmunzelte und sagte: „Das ist es, was ich so sehr an dir mag!“ Dann jubelte er voller Freude: „Heute bummeln wir durch die Stadt! Das wird ein Abenteuer!“ „Jippppieeee!“, jubelte Storchi zurück. „Ich will mir doch schon so lange ein neues Kleid kaufen.“

Die beiden flitzten mit ihrem Roller in die Stadt.

„Ich freue mich schon so sehr auf mein neues Kleid“, sagte Storchi, als sie in die Nähe der Geschäfte kamen. Doch während sie an dem ersten Geschäft vorbeigingen, kullerte ihr eine Träne über die Wange. An der Eingangstür hing ein Zettel mit der Aufschrift: Wegen dem Corona Virus bleibt unser Geschäft bis auf Weiteres geschlossen. Frido nahm Storchi sofort in den Arm und tröstete sie: „Ich weiß, wie sehr du dich auf dein neues Kleid gefreut hast, aber die Sicherheit der Menschen geht jetzt vor. „Ich weiß, du hast ja recht“, sagte Storchi. „Aber können wir denn überhaupt noch irgendetwas machen?“

Frido wurde ganz nachdenklich: „Ich habe eine Idee. Vertrau mir einfach und folge mir.“ Frido ging mit Storchi in den Wald. Sie setzten sich auf einen Baumstamm und hörten den Vögeln beim Singen zu. Nach einer Weile flüsterte Storchi: „Das haben wir ja seit Ewigkeiten nicht mehr gemacht. Ich habe ganz vergessen, wie schön die Abenteuer im Wald sein können.“ …

23. März 2020

4. Hat Frido das Corona Virus?

… Frido und Storchi verbrachten eine ganze Weile im Wald. Als die Vögel keine Lust mehr hatten zu singen, blieben sie trotzdem: Sie sammelten Äste, bauten eine Bude für die Tiere des Waldes und spielten Verstecken.

Es wurde langsam dunkel. Storchi sagte: „Frido, wenn die Geschäfte in der Stadt nicht mehr auf haben, bedeutet das etwa, dass auch keine Supermärkte mehr geöffnet sind?” „Nein, nein! Mach dir keine Sorgen“, sagte Frido. „Alle Lebensmittelgeschäfte haben weiterhin geöffnet.“ „Puuhhh, Glück gehabt!“, sagte Storchi ganz erleichtert. „Wir müssen nämlich dringend einkaufen.“

Auf dem Rückweg machten die beiden an einem Supermarkt halt. „Holst du eben einen Einkaufswagen!“, rief Storchi Frido zu. „Ich gehe schon mal rein.“ „Geht klar!“, antwortete Frido.

Als sie sich im Supermarkt trafen, sagte Frido: „Sag mal Storchi, hast du gerade nicht bemerkt, wie nah du an den Leuten vorbeigegangen bist?“ „Hääähh, wieso nah?“, fragte Storchi ganz erstaunt. „Ich habe doch niemanden berührt.“ „Das spielt keine Rolle. Die Viren können springen. Stell dir vor, dass die Viren von Mensch zu Mensch hüpfen. Weil sie aber nicht weiter als 2 Meter hüpfen können, müssen wir mindestens diesen Abstand einhalten. Setz dich doch ruhig auf den Einkaufswagen. Ich achte darauf, dass wir immer zwei Meter von andern entfernt sind.“ „Au jaaaaa!“, jubelte Storchi. „Das wird ein großer Spaß, wenn du mich schiebst.“

Frido achtete zwar auf den „2 Meter Abstand“, aber nicht darauf, was Storchi alles in den Einkaufswagen legte. Erst an der Kasse bemerkte er die 20 kg Mehl in ihrem Wagen. „Bist du denn verrückt geworden, Storchi! Warum zum Teufel liegen 20 kg Mehl in unserem Wagen?“ „Aber, aber ich habe es doch nur gut gemeint“, sagte Storchi ganz traurig. „Was ist, wenn es tatsächlich zur Ausgangssperre kommt und wir für immer in unserem Haus bleiben müssen.“ „Ach Liebling, selbst wenn es zur Ausgangssperre kommt, können wir trotzdem noch zum Einkaufen gehen. Und es wird auch nicht für immer sein.“ „Na gut!“, sagte Storchi. „Dann reichen uns ja auch 2 kg Mehl.“

Während die beiden zuhause ihre Einkäufe einräumten, sagte Frido plötzlich: „Ich habe irgendwie Halsschmerzen!“ Daraufhin reichte ihm Storchi eine Tablette und sagte: „Damit verschwinden deine Halsschmerzen wie im Flug.“ „Aber was ist, wenn ich das Corona Virus habe, Halsschmerzen sind nämlich ein Symptom.“ „Mmhh“, überlegte Storchi. „Wie können wir das denn herausfinden?“ „Warte! Ich habe eine Idee!“, rief Frido ganz aufgeregt. „Man soll wohl auch nichts mehr riechen und schmecken können. Lass uns unser Lieblingsgericht kochen!“ „Oh ja. Das machen wir sofort!“, rief Storchi.

Sie schnippelten, bruzzelten und rührten ganz fleißig. „Mmhhhhh, wie das duftet!“, hörte Storchi aus Fridos Schnabel schnattern. „Na, das spricht ja schon mal gegen das Corona Virus“, lächelte sie. „Deine Nase funktioniert scheinbar noch gut.“

Und auch während die beiden aßen, konnte Frido wie immer nicht genug von seinem Lieblingsgericht bekommen, weil es einfach so köstlich war. „Ich glaube nicht, dass du das Corona Virus hast!“, sagte Storchi. „Das ist bestimmt eine ganz normale Grippe.“ „Aber mein Hals tut immer doller weh“, sagte Frido. „Dann musst du dich jetzt schonen. Du brauchst Ruhe und ganz viel Schlaf.“

Mittlerweile ging es Frido sehr schlecht und er legte sich ins Bett. Storchi setzte sich zu ihm und las ihm eine Geschichte vor. Nach einer Weile schlief Frido tief und fest ein …

26. März 2020

5. Der Schatz

In den darauffolgenden Tagen lag Frido nur im Bett. Er fühlte sich gar nicht gut. Aber Storchi kümmerte sich ganz lieb um ihren Frido. Sie kochte ihm Kamillentee, machte ihm eine gesunde Suppe und las ihm seine Lieblingsgeschichten vor.

Mittlerweile sah Frido wieder ziemlich gesund aus und Storchi sagte: „Du Frido, willst du nicht mal langsam wieder versuchen aufzustehen?“ „Oh nein!“, sagte Frido. „Mir geht es noch gar nicht gut. Kannst du mir bitte wieder eine Geschichte vorlesen?“ „Aber du siehst doch wieder ganz frisch aus!“, antwortete Storchi. „Nein, mir geht es wirklich ganz mies. Los, bitte lies mir jetzt eine Geschichte vor“, stöhnte Frido.

Das war Storchi nicht ganz geheuer. Sie hatte das Gefühl, dass Frido die Situation für sich ausnutzt. Deshalb las sie ihm keine Geschichte vor, sondern ging in die Küche und begann fleißig zu werkeln: Sie schmiss den Ofen an, sie mischte, sie rührte und eine halbe Stunde später hörte man, wie sie die Spülmaschine einräumte. Das war auch der Moment, in dem plötzlich Frido in der Küche auftauchte. Als Storchi ihn sah, sagte sie: „Das ist aber eine Überraschung! Herr Frido ist aufgestanden. Wie ist das denn möglich? Es geht ihm doch soooooo mies!“ „Ist ja schon gut“, antwortete Frido. „Du hast mich ertappt, aber ich liebe es einfach so sehr, wenn du mir Geschichten vorliest.“ „Ach Liebling, aber dafür musst du dich doch nicht absichtlich krankstellen, vielmehr solltest du dich freuen, dass es dir wieder besser geht. Ich lese dir doch auch so gerne Geschichten vor.“ Frido umarmte seine Storchi. Dabei flüsterte er ihr ins Ohr: „Aber weißt du, was ich noch viel mehr liebe?“ „Ich kann es mir schon denken“, erwiderte Storchi, „aber sag du es mir!“ „Den Kuchen, der da im Ofen ist. Mmmhhhh, der Duft hat sich ja schon im ganzen Haus verteilt. Einfach himmlisch!“, schwärmte Frido. Storchi sah ihn dabei schmunzelnd an und sagte: „Ich wusste schon, wie ich dich aus dem Bett kriege.“

Während die beiden ihren Lieblingskuchen aßen und ihre neuen Abenteuer planten, hörten sie plötzlich ein lautes Bellen: Wuff Wuff Wuff „Hast du das auch gehört?“, fragte Storchi. „Ja! Es hört sich so an, als käme es aus dem Garten.“ Frido und Storchi gingen sofort in den Garten, um nachzuschauen. Und Tatsächlich! Vor ihnen stand ein süßer, brauner Haushund. „Na, wer bist du denn?“, sagte Frido. „Und wo kommst du eigentlich her?“ Daraufhin fing der Hund an zu jaulen und wedelte dabei kräftig mit dem Schwanz. „Ach wenn er doch nur sprechen könnte, wie wir Klassentiere“, sagte Storchi, während sie ihn auf ihren Flügel nahm. „Er könnte uns alles erzählen: Wie er hier hingekommen ist, wo sein zu Hause ist und noch vieles mehr.“ Frido schaute sie dabei ganz misstrauisch an und sagte: „Weißt du was ich glaube? Unsere Freunde haben uns nicht nur eine Hundehütte gebaut, damit wir uns irgendwann mal einen Hund kaufen können, sondern sie haben uns direkt einen Hund dagelassen.“ „Aber, aber…“, schaffte es Storchi nur zu stottern, da wurde sie schon von Frido unterbrochen: „Nichts aber, dieser Hund gehört jetzt zu uns und wir werden uns um ihn kümmern.“ „Aber glaubst du, dass wir auch wirklich gute Hundeeltern sind?“, schaffte es Storchi jetzt zu sagen. „Wir haben es nicht mal bemerkt, dass wir die ganze Zeit einen Hund in unserem Garten haben.“ „Wenn wir es schaffen, uns um 24 Kinder in der Schule zu kümmern, werden wir doch wohl mit einem Hund fertig“, murmelte Frido. „Da hast du auch wieder recht“, sagte Storchi.

Frido und Storchi gingen mit ihrem neuen Hund Pluto (so nannten sie ihn) spazieren. Sie kamen an einer großen Wiese vorbei. Dort verrichtete Pluto zuerst sein Geschäft, doch dann fing er plötzlich ganz wild an zu buddeln. „Schau mal, Storchi! Was macht der da?“ „Keine Ahnung!“, sagte sie ganz nervös. „Jetzt hör auf damit Pluto, wir wollen weitergehen!“ Aber Pluto war nicht mehr zu stoppen. Er buddelte und buddelte und buddelte. „Ich hab`s!“, rief Frido ganz aufgeregt. „Irgendwo hier muss ein Schatz versteckt sein. Los, helfen wir ihm!“ „Aber wie sollen wir das machen?“, rief Storchi. „Wir können doch nicht mit unserem Schnabel graben.“ „Du wartest hier!“, sagte Frido. „Ich bin gleich wieder da.“ „Wo willst du denn hin?“, rief Storchi noch hinterher, aber Frido war schon weg.

Zehn Minuten später kehrte er mit zwei Spaten zurück. Pluto hatte mittlerweile aufgehört zu buddeln. Aber dafür begannen jetzt Frido und Storchi zu graben. Sie waren nicht mehr zu stoppen, denn sie wollten unbedingt den Schatz finden. „Da! Siehst du es?“, rief Frido. „Da glitzert etwas Silbernes. Das muss der Schatz sein.“ „Ja, ich kann es auch sehen!“, freute sich Storchi. Aber dann bekam sie ein trauriges Gesicht und sagte: „Das ist doch nur ein alter Handspiegel. Das hat doch mal gar nichts mit einem Schatz zu tun.“ Frido wurde richtig wütend: „Das soll der Schatz sein? Dafür haben wir uns so sehr angestrengt? Das kann doch wohl nicht wahr sein!“

Enttäuscht gingen die beiden mit ihrem Hund Pluto, zwei Spaten und einem Handspiegel nach Hause. Sie waren sehr erschöpft und ruhten sich auf dem Sessel aus. Dabei schauten sie gemeinsam in den Handspiegel. Und während sie so schauten, sagte Storchi plötzlich ganz erstaunt: „Jetzt habe ich den Schatz entdeckt?“ „Wie, du hast den Schatz entdeckt? Wir wissen doch beide, dass das nur ein alter, blöder Handspiegel ist!“, sagte Frido. „Nein Frido! Nicht der Spiegel, sondern das was in dem Spiegel drin ist.“ „Wie, was in dem Spiegel drin ist? Das ist doch nichts Wertvolles. Das ist doch nur Glas oder so!“ „Nein, nein! Das was darin zu sehen ist, wenn du hineinschaust.

Frido schaute in den Spiegel. Dabei wurde er plötzlich ganz ruhig und brachte keinen Ton mehr heraus. Jetzt hatte auch er den Schatz entdeckt …

30. März 2020

6. Von Piraten und Sternen

Frido und Storchi spielten gerade ein Kartenspiel, da sagte Frido: „Du Storchi, irgendwie geht mir das mit dem Handspiegel nicht aus dem Kopf. Ich glaube ich hätte mich doch mehr über einen anderen Schatz gefreut.“ „Was meinst du mit einem anderen Schatz?“, fragte Storchi. „Naja, zum Beispiel Gold! Dann wären wir reich und könnten uns alles kaufen. So wie die Piraten, die hatten doch auch immer ganz viel Gold an Bord.“ „Da kommt mir eine Idee“, sagte Storchi ganz aufgeregt. „Wir fahren an den See.“ „Au jaaaa!“, freute sich Frido. „Das machen wir, mit einem Boot werden wir den See überqueren und dann kehren wir mit einem großen Sack voller Gold zurück. Das wird ein Abenteuer!“

Die beiden packten ihren Picknickkorb zusammen und machten sich auf den Weg. Allein die Reise mit dem Bus war für Frido schon ein großer Spaß. „Uiiiiii, wie der Bus hin und her schaukelt“, freute er sich. „Das ist ja wie in einem Karussell.“ Storchi hingegen fand das gar nicht witzig. Sie musste sich fast übergeben und setzte sich sicherheitshalber ganz nach vorne. „Oje, hoffentlich schaukelt das Boot auf dem See nicht so sehr“, dachte sie ganz besorgt.

Storchi hatte Glück! Es gab zwar ein paar Wellen auf dem See, aber es war nicht so schlimm wie das Schaukeln des Busses. Während die beiden ruderten, wurde Frido plötzlich ganz nachdenklich: „Ich frage mich die ganze Zeit, wie wir an das Gold kommen sollen? Wie machen das nur die Piraten, wenn sie auf hoher See sind? Ich sehe hier weit und breit kein Gold.“ Frido dachte weiter nach: „Mmhhh, oder liegt es im Wasser und wir müssen nur danach tauchen?“ Storchi schaute Frido ganz ungläubig an und sagte: „Da kannst du lange tauchen! Ich kann dir sagen, wie die Piraten an ihr Gold kommen, sie überfallen andere Schiffe und klauen es ihnen weg!“ „Wwwwaas“, stotterte Frido, „damit habe ich nicht gerechnet. Heißt das etwa, dass wir ein anderes Boot überfallen müssen?“ „Naja, ich glaube darum wirst du nicht herumkommen, wenn du mir beweisen möchtest, dass du ein richtiger Pirat bist.“, schmunzelte Storchi. „Mmhhh, ich weiß nicht“, murmelte Frido vor sich hin, „ich glaube, auf diesen Schreck brauch ich erstmal eine Stärkung.“

Sie paddelten ans Ufer und machten es sich auf ihrer großen Picknickdecke gemütlich. Während sie heißen Kakao tranken und ihre selbstgemachten Haferkekse aßen, beobachteten sie wie ein Mann in der Nähe des Ufers etwas aufbaute. „Schau mal, was macht der da?“, flüsterte Frido. „Der baut ein Teleskop auf“, flüsterte Storchi zurück. „Ein Tele…was?“ „Mit einem Teleskop kann man ganz weit in den Himmel schauen, sogar bis zu den Sternen.“ „Oohhh!“, staunte Frido, „ich würde auch so gerne mal bis zu den Sternen schauen. Soll ich den Mann fragen, ob wir mal hineinschauen dürfen?“ „Au jaaa!“, freute sich Storchi, „Würdest du das machen?“ „Ich würde schon fragen wollen“, murmelte Frido, „aber wir dürfen doch keinen Kontakt zu anderen haben, du weißt doch – der Corona Virus!“ „Ach ja!“, antwortete Storchi, „das habe ich schon wieder ganz vergessen. Aber ich finde, dass Bis-zu-den-Sternen- schauen schon eine wichtige Sache ist. Also wenn du den 2 Meter Abstand einhältst, kannst du doch ruhig fragen.“

Daraufhin beobachtete Storchi, wie sich Frido dem Mann ganz vorsichtig näherte. Er hielt 2 Meter Abstand und sie konnte sehen, wie sie anfingen, miteinander zu reden. Kurze Zeit später kehrte Frido zurück und trug ein breites Grinsen auf seinem Schnabel: „Wir haben dieses Teledings die ganze Nacht für uns alleine. Der Mann sagte, es sei allerhöchste Zeit für uns, dass wir mal bis zu den Sternen schauen.“ „Oohhh, das ist ja großartig!“, freute sich Storchi. „Das wird ein Abenteuer.

Es dauerte nicht mehr lange, bis es dunkel wurde. Die ersten Sterne funkelten schon am Himmel. „Ich finde, die Sterne sehen von hier unten aus wie Goldstücke“, freute sich Frido. Storchi hörte ihm schon gar nicht mehr zu, denn sie war tief in ihren Gedanken versunken. Dabei murmelte sie die ganze Zeit: „Ob das wohl stimmt? Ob das wohl stimmt? Ob das wohl wirklich stimmt? „Storchi!“, rief Frido ganz laut. „Was murmelst du da die ganze Zeit vor dich hin? Ob was wohl stimmt?“ „Ich bin so aufgeregt, Frido! Ich habe mal gehört, dass jeder Stern zu einem Kind auf dieser Erde gehört. Und auf jedem Stern lebt ein Engel, der dieses Kind beschützt.“ „Davon steht zwar nichts in dem Sterne-Buch, das der Mann uns dagelassen hat, aber das ist doch wunderbar!“, staunte Frido. „Und wie ist es mit den Erwachsenen? Haben die etwa keinen Sternenengel? Gerade jetzt in der Corona Zeit haben die Erwachsenen einen Engel doch viel nötiger. Du weißt schon, wegen der Risikogruppe.“ „Naja, die Erwachsenen waren doch auch mal Kinder, also haben sie natürlich auch einen Sternenengel“, antwortete Storchi. „Puuhhh, zum Glück!“ sagte Frido. Dann sagte er noch: „Aber, wie ist es wohl mit Flamingos und Störchen? „Eben deshalb bin ich doch so aufgeregt“, stotterte Storchi. „Das weiß ich nicht, aber ich habe immer ganz fest daran geglaubt, dass es auch für uns so ist.“ „Ok, und jetzt hast du also Angst, dass wenn du in dieses Teledings da schaust…“

Storchi hörte Frido schon gar nicht mehr zu, sondern blinzelte mit einem Auge in das Teleskop hinein und gab keinen Ton mehr von sich. Frido wurde ganz ungeduldig und fing an zu drängeln: „Und? Stimmt es? Haben wir auch einen Sternenengel? Los, jetzt lass mich doch auch mal gucken!“ Aber Storchi reagierte nicht. Sie schaute einfach nur weiter in den Himmel, bis sie plötzlich aus dem Staunen nicht mehr herauskam. „Jaaa, es stimmt tatsächlich. Wir haben auch einen Sternenengel? Und weißt du was? Unsere beiden Sterne sind ganz nah beieinander.“

Jetzt brachte auch Frido keinen Ton mehr heraus. Er spürte nur, wie sich seine Federn sanft aufstellten, von der Gänsehaut, die er bekam…

3. April 2020

7. Wie geht es weiter ... ?

Du kannst schon ganz gespannt sein, wie es für Frido und Storchi weitergeht. In Kürze erscheint hier eine neues Abenteuer.
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